Wenn es um klassische Musik geht, rümpfen vor allem junge Menschen oft die Nase. “Klassische Musik”, das ist behaftet mit langweiligen Sonntagen bei Oma, verstaubten Klischees und großen Konzerthallen, voll mit Männern in Frack und Krawatte und Frauen in Ballkleidern. Dass diese Einschätzung aber nur bedingt richtig ist, versucht Sony Musics Klassik-Abteilung von RCA Red Seals mit der Compilation “Ich mag keine Klassik, aber das gefällt mir” zu zeigen – und der Erfolg der Reihe zeigt, dass die Bemühung des Labels Früchte tragen.

Klassik zum Anfassen

Oft ist bei klassischer Musik das große Problem, dass man als Neuankömmling nicht sofort weiß, wo man anfangen soll. Genau hier setzt die Compilation-Reihe an, die mit einem 15 CDs umfassenden Box-Set einen recht guten Überblick über Klassiker und kontemporäre Künstler gibt – vom Klavier-Wunderkind Lang Lang über George Gershwins epochale “Rhapsody in Blue” zu Vivaldi, Largo und Beethoven. Dabei werden die Stücke ganz ohne großes Tamtam präsentiert: es gibt keine umfassenden Erklärungen zu Takt, Instrumentalisierung oder Orchester. Es gibt auch keine Erklärung von Komponist oder Dirigent, was für Gefühle eine bestimmte Passage ausdrücken soll oder nicht. Die Zusammenstellung konzentriert sich einzig und allein auf das Wesentliche: die Musik. So können sich die Hörer, egal ob jung oder alt, vollkommen unvoreingenommen auf die ihnen neue Welt der Klassik einlassen.

Klassik ist so viel mehr als ein Orchester

Dass RCA Red Seal hier gute Arbeit geleistet hat, bleibt außer Frage. Viel wichtiger aber ist: die Auswahl der Stücke und die umfassende Bandbreite zeigt, dass klassische Musik sehr viel mehr ist als nur ein Orchester und pompöse Melodien. Sie zeigt, warum Klassik nach wie vor ein sehr beliebtes Genre nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ist: Denn Klassik schafft es, ganze Landschaften, sogar Welten aus Ton und Klang zu schaffen, die der Zuhörer nach eigenem Gusto erkunden kann. Wahre Kunstwerke eben.