Jeder deutsche Schüler kennt und fürchtet den ersten Satz, Allegro c E-Dur, der La Primavera, Op. 8, RV 269, des epochalen Meisterwerks des venezianischen Komponisten Antonio Vivaldi. Etwas weniger konfus ausgedrückt: Es geht natürlich um den Anfang des berühmtesten Werks Vivaldi, den ersten Abschnitt der Stücks “Der Frühling” (italienisch: La Primavera) aus dem epochalen “Die vier Jahreszeiten”, oder “Le Quattro Stagioni”, wie es im Original heißt.

Unverkennbar ist diese Melodie, die von Geigen geführt wird und bei so vielen offiziellen Anlässen und Bällen als Stück zum Einlass gespielt wird. Die von tausenden Schülern seit Jahrzehnten im Musikunterricht behandelt wird als Paradebeispiel für eine musikalische Form, die der Venezianer Vivaldi für Violine schuf und das bis heute vielfach neu vertont und kopiert wurde.

Aber nur die wenigsten Menschen kennen den Mann hinter diesen vier Violinkonzerten.

Wer war Antonio Vivaldi?

Antonio Vivaldi wurde am 4. März 1678 in Venedig als Sohn des berühmten Violinisten Giovanni Battista Vivaldi geboren. Anfangs noch Barbier, trat Giovanni schnell in die Fußstapfen seines Vaters und wurde hauptberuflich Violinist. Antonio Vivaldi war das zweite von insgesamt zehn Kindern und das einzige, das die Profession des Vaters fortführte.

Mit 15 erhielt Vivaldi die Tonsur, was seinen Weg zu einem gehobenen sozialen Status vorzeichnete. Drei Jahre später erhielt er die Weihe zum Subdiakon, mit 25 empfing er dann die Priesterweihe. In dieser Rolle übernahm er auch den Auftrag, als Violinlehrer in einem der Kirche angegliederten Waisenhaus für Mädchen. Er gab seinen Beruf als Priester jedoch nach eineinhalb Jahren wieder auf. Aus einem Brief geht hervor, dass er beim Verlesen der Messe über eine “Enge der Brust”, also möglicherweise Asthma, klagte.

Nachdem er noch einige Zeit als Violinlehrer in Venedig tätig war, ging Vivaldi letztendlich vermutlich im Jahr 1740 nach Wien, wo er den seit 1730 einsetzenden Wandel seines Musikgeschmacks besser ausleben zu können glaubte. Circa zehn Monate nach seiner Ankunft in Wien starb er ebenda.