Man kann wohl recht sicher behaupten, dass “Für Elise” das bekannteste Stück klassischer Musik der Weltgeschichte ist. Trotzdem ist das rondoartige “Werk ohne Opuszahl”, das Ludwig van Beethoven um 1810 schrieb, eines der kürzesten Stücke des Komponisten – es besteht gerade einmal aus fünf Sätzen.

Die Geschichte

“Für Elise” wurde in a-Moll für das Klavier geschrieben und ist in der Form A–B–A–C–A. Der erste Entwurf ist wohl um 1808 entstanden: Beethoven entwarf zu dieser Zeit die Hauptmelodie in einem Skizzenbuch für ein anderes Werk, verwarf die Idee jedoch und näherte sich dem Teilstück zwei Jahre später erneut an. Das Stück ist heute im Beethoven-Haus unter der Signatur BH 116 archiviert – und bildet (vermutlich) die Grundlage für das im April 1810 entstandene Autograph mit der Widmung “Für Elise am 27 April zur Erinnerung von L. v. Bthvn”, das inzwischen verschollen ist, in der Veröffentlichung von Ludwig Nohl von 1867 jedoch die Grundlage für alle heutigen Versionen des Stücks bildet.

Wer war Elise?

Es wurde nie ausreichend geklärt, wer die besagte Elise war, der Beethoven das Stück widmete. Laut Beethoven-Forscher Max Unger gab es nur zwei Frauen mit Namen “Elise” in Beethovens Leben. Beide lernte Beethoven jedoch einige Zeit nach der Entstehung des Stücks kennen, weshalb beide Unger zufolge nicht in Frage kommen.

Der Musikwissenschaftler Klaus Martin Kopitz entwarf 2010 die These, dass es sich bei “Elise” um die Sängerin Elisabeth Röckel handeln könnte, mit der Beethoven von 1808 bis 1814 eng befreundet war und die 1813 den österreichischen Pianisten und Komponisten Johann Nepomuk Hummel heiratete. Diese Theorie wurde jedoch schon ein Jahr später von dem Wiener Musikwissenschaftler Michael Lorenz angezweifelt, der aus verschiedenen Archivquellen nachweisen konnte, dass Elisabeth Röckel lediglich zur Taufe ihres ersten Sohnes als “Elise” in den Taufunterlagen benannt wurde – einige Jahre nach ihrer Trauung und entsprechend auch nach der Entstehung des Stücks.