Wenn es um klassische Musik aus den Vereinigten Staaten geht, gibt es einen Klassiker, den jeder kennen muss: die legendäre “Rhapsody in Blue” des amerikanischen Komponisten und Pianisten George Gershwin. Das Stück erfreut sich bis heute großer Beliebtheit bei Orchestern aus aller Welt und überzeugt durch seine verspielte, bis dato unbekannte Frische.

Broadway-Komponist und Klassiker

Die Frische und Verspieltheit verdankt das Stück wohl vor allem Gershwins großer Liebe: dem Broadway. Denn der Auftrag für Gershwin von Bandleader Paul Whiteman war: Schreibe ein Jazz-Stück für ein klassisches Orchester. Gershwin zögerte zuerst, nahm den Auftrag jedoch an, nachdem Whiteman ihn kurzerhand auf das Programm für das geplante Konzert schrieb.

Die Idee Whitemans war, klassische Musik und Jazz miteinander zu verbinden – eine Idee, die er bereits in einem vorangegangen Konzert verwirklichen wollte, was jedoch nur von mäßigem Erfolg gekrönt war. Seine Hoffnung lag daher auf Gershwins Broadway-Erfahrung, da die tanzbare Musik der Stücke auf dem Broadway live von einem Orchester gespielt wurden und durchaus jazzige und klassische Qualitäten besaßen (und auch bis heute in Teilen noch besitzen).

Gershwin nahm sich der Aufgabe an und kombinierte nicht nur Themen der Klassik und des Jazz, sondern beginnt das Stück direkt mit einem Glissando aus Klarinetten, das in der Form deutlich aus dem Blues stammt. Dieses Thema zieht sich, in Form von Blue Notes und chromatischen Bildern, durch die komplette Melodieführung des knapp 20 Minuten dauernden Stücks.

Gespickt mit unaufgelösten Akkorden, angereichert durch Dissonanzen, wie unter anderem Nonen und Sexten, erhält das Stück seine bluesige Note und den jazzigen Groove, den Whiteman sich gewünscht hatte. Diese kombinierte Gershwin mit Stilelementen aus der Romantik und dem Impressionismus – den beiden wohl bekanntesten und beliebtesten Formen der europäischen Klassik.

Rezeption

Zwar waren viele Kunstmusiker nicht beeindruckt vom Werk des George Gershwin, das Publikum war jedoch sofort angetan von der blauen Rhapsodie. Entsprechend ist das Stück seit der Uraufführung ein Standard in vielen Konzerthäusern weltweit.